Bauabschnitt 2

Der Bauabschnitt 2 umfasst die Installation der Rauchgaskondensation und den Austausch der Turbine an der Altholzverbrennungslinie 3.

Durch das geplante Vorhaben werden die Rauchgase der Linie 3 durch eine zweistufige Kondensation heruntergekühlt und auskondensiert. Die erschlossene Abwärme wird über eine Absorptionswärmepumpe (AWP) auf ein höheres Temperaturniveau angehoben. Im Anschluss an die AWPs wird eine Nacherhitzungseinheit (Heizkondensator) installiert, die für die weitere Erwärmung des Fernheizwassers den Abdampf der neuen Turbine nutzt. Um den Abdampf für dieses Vorhaben nutzen zu können, ist ein Austausch der Turbine von einer Kondensationsturbine zu einer Gegendruckturbine notwendig.
Im Heizkondensator werden die Heizwasserströme nacherwärmt.
Der in Bauabschnitt 1 installierte Spitzenvorwärmer findet nun als zweite Nacherhitzungseinheit Verwendung und sorgt für eine vollständige Abdeckung der Anforderungen an das Vorlauf-Temperaturband von 95 bis 133°C. Durch den zwischengeschalteten Heizkondensator ist nur noch bei Spitzenlastanforderungen oder während Außerbetriebsphasen der Linie 3 eine Entnahme von Dampf aus der Ringleitung zur Erwärmung des Fernheizwassers notwendig.

Da während des Heizkondensatorbetriebes nur im Bereich der Spitzenlast eine zweite Nacherhitzung mit Frischdampf erfolgt, erhöht sich die Dampflieferung an das Heizkraftwerk Hamburg Tiefstack.

Für die Umsetzung des Projektes wird ein direkter Anschluss der MVB an das Fernwärmenetz

hergestellt. Die Rauchgaskondensation erfolgt mit dem kalten Rücklauf der Fernwärme und ist für die Monate September bis Mai an circa 5.800 Stunden geplant.

Die Energieeffizienz wird deutlich verbessert, ohne die zugeführte Brennstoffmenge (Holzhackschnitzel) zu erhöhen oder zusätzlichen Brennstoff einzusetzen. Das anfallende Rauchgaskondensat der Linie 3 wird MVB intern als Prozesswasser verwendet.

Durch die Rauchgaskondensation an der Linien 3 wird C02-freie Abwärme gewonnen und von der Wärme Hamburg GmbH als ein Beitrag für die angestrebte C02-arme Fernwärmeerzeugung abgenommen. Die eingespeiste Abwärme verdrängt damit im Fernwärmenetz aus fossilen Brennstoffen erzeugte Wärme.

Durch den zweiten Bauabschnitt das Projektes „Erweiterte Wärmenutzung“ werden C02-Emissionen nachhaltig reduziert und die Umstellung auf eine C02-arme Wirtschaft unterstützt.

Die prognostizierte C02-Emissionsvermeidung des zweiten Bauabschnittes beträgt circa 60.000 Tonnen pro Jahr. Zusammen mit dem ersten Bauabschnitt ergibt sich somit eine gesamte CO2-Emissionsvermeidung von circa 104.000 Tonnen pro Jahr.